Familie Glauner: Vom Brauen aus Leidenschaft
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Blick in die traditionsreiche Firmengeschichte Seit über hundert Jahren in Familienbesitz Die reiche Historie der Familie Glauner ist bis zum heutigen Tag geprägt von einem besonderen Engagement für die Bürger von Alpirsbach.
Einst befand sich die Brauereianlage auf den Grundstücken des ehemaligen Benediktinerklosters Alpirsbach (daher auch der Name Klosterbrauerei), das im Jahre 1095 von Graf Adalbert von Zollern gegründet wurde. Zwei Flügel dieses alten Klosterbaus gehörten bis 1995 noch zur Brauerei. Ungefähr 200 Jahre war die Klosterbrauerei im Besitztum der Familie Köbel (Karl Köbel starb 1870), nachdem sie zuvor schon viele Jahre als Genossenschaftsbrauerei für die Alpirsbacher Wirte bestanden hatte. 1877 wurde die Brauerei dann vom Enkel Köbels, Carl Glauner, gekauft, der sie nach längerem Stillstand im Jahre 1880 wieder in Betrieb setzte.
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 Mit ihnen begann die Familie zu brauen: Carl A. Glauner und seine Ehefrau Emilie |
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Löwen-Post wird Brauereigaststätte Am 15. März 1885 erwarb Carl Glauner den Gasthof Löwen-Post in Alpirsbach, der dann von seiner Frau Emilie Glauner, geborene Schopf aus Hemmingen, betreut wurde. Besondere Aufmerksamkeit widmete Carl Glauner in der Folgezeit dem modernen Ausbau des Braubetriebes, dessen Einrichtungen sich bei der ständigen Ausdehnung des Kundenkreises bald als unzulänglich erwiesen. 1893 stellte Glauner einen ersten Dampfkessel mit 6,5 Quadratmeter Heizfläche und eine Lokomobile mit 4 PS auf. Damit wurde die Brauerei auf Dampfbetrieb umgestellt.
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| Ein technisches Highlight bestimmte das Jahr 1895: die Inbetriebnahme der ersten Eismaschine. Die Brauerei wurde ab 1905 ständig erweitert. Umfangreiche Investitionen wurden zunächst in eine neue Dampfmaschine mit 80 PS in Verbindung mit einem Kältekompressor getätigt. Mit der Errichtung einer neuzeitlichen Sudhausanlage mit 40 Ztr. Schüttung und Dampfkochung erfuhr der Braubetrieb 1912 einen weiteren Wachstumsschub. Konsequent fortgesetzt wurde der Expansionskurs im Jahre 1914 mit dem Bau eines modernen mit Aluminiumbottichen ausgestatten Gärkellers. |
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Krieg schränkte Bierproduktion stark ein Doch es ging nicht nur aufwärts. Den ersten Rückschlag brachte das verheerende Feuer 1909, dem die „Löwen-Post“ zum Opfer fiel. Doch Carl Glauner baute den Gasthof im Schwarzwaldstil wieder ganz neu auf.
Der Ausbruch des Weltkrieges und die in seinem Verlauf verfügte Einschränkung der Biererzeugung setzte dem erfolgreichen Aufstieg der Klosterbrauerei ein vorläufiges Ende. Aber auch während den Kriegs- und nicht minder schweren Inflationsjahren erwies sich Carl Glauner als ein umsichtiger Leiter des Unternehmens. Es gelang ihm, das solide aufgebaute Unternehmen ohne größeren Schaden durch diese Jahre zu führen.
Bei steigenden Absatz- und Produktionszahlen erwies sich ein Teil der vor dem Kriege geschaffenen Einrichtungen bald wieder als zu klein. 1925 wurde deshalb eine größere Dampfmaschine mit 220 PS angeschafft und gleichzeitig ein weiterer Kältekompressor aufgestellt. Das natürliche Gefälle des Alpirsbächlein mit 20 bis 30 Sekundenliter wurde zur Kühlung der Kondensatoren verwendet. Ein im Jahre 1924 eingerichtetes Drehstromaggregat mit 200 PS diente als Kraftreserve. Von 1924 bis 1928 erfolgte nach und nach die Bestückung sämtlicher Lagerkeller mit neuzeitlichen Stahl-Emailletanks, so dass die Braustätten – ausgestattet mit elektrischem Einzelantrieb in sämtlichen Abteilungen – allen Anforderungen genügten.
Carl Glauner, der die Klosterbrauerei in fünfzig arbeitsreichen Jahren aus kleinen Anfängen heraus zu einem stattlichen Unternehmen aufgebaut hatte, starb am 12. Mai 1930, nachdem seine Frau im gleichen Jahr verstorben war. Die Firma übernahm sein gleichnamiger Sohn Carl Hermann Glauner (der Großvater des jetzigen Besitzers), der schon seit 1921 Teilhaber der Firma war. Er hatte sein Studium an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Weihenstephan absolviert und trat nach bestandenem Examen als junger Braumeister und Mitinhaber in das Unternehmen seines Vaters ein, das fortan als offene Handelsgesellschaft firmierte.
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Der „Röschenrieswasser-Karle“ Als Carl Hermann Glauner, väterlichem Beispiel folgend, im April 1929 die aus einem alten Hornberger Brauereigeschlecht stammende Emilie Mathilde Ketterer zur Frau nahm, da schimmerten im neuen Lagerkeller bereits riesige moderne Stahl-Emailletanks in hygienischem Weiß.
Die Bürger nannten Carl Hermann Glauner schmunzelnd „Röschenrieswasser-Karle“. Eine Faschingszeitung hatte diese Bezeichnung aufgebracht und sprach ihm damit eine Anerkennung aus. Denn wie der Vater, so wandte auch der Sohn die Aufmerksamkeit stets der Pflege seiner Quellen seines Brauwassers zu, das eines der Geheimnisse birgt, die den guten Ruf des Endproduktes begründet. Carl Hermann Glauner schaffte auch die Grundlage für die eigene Wasserversorgung der Firma. Er kaufte Quellen und den umgebenden Wald auf, um sicherzugehen, absolut reines Wasser zu erhalten, das direkt von der Quelle in das Sudhaus fließt.
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1954 trat der Sohn des Seniorchefs Carl Albert als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma ein.
Die hohe Qualität der Erzeugnisse, die Schaffung eines guten Betriebsklimas und auch die Zusammengehörigkeit von Mitarbeitern und Inhabern sowie der persönliche Kontakt mit den Kunden waren schon immer die Grundsätze der Klosterbrauerei und wurden nun von Carl Albert Glauner weitergeführt.
Im Herbst des Jahres 1969 kaufte Glauner Gelände und Gebäude auf der Hagenwiese der Firma Kumpf, einer Tuchfabrik aus Schiltach, ab. War ursprünglich vom Sudhaus bis zur Verladung alles im Werk I untergebracht (der Hektoliter-Ausstoß lag bei jährlich 180.000), konnte man sich nun endlich ausdehnen. Schritt für Schritt wurde ausgelagert. Außerdem musste eine Pipeline gebaut werden. Sie konnte zusammen mit der neuen Abfüllanlage 1970 ihrer Bestimmung übergeben werden. Das Werk II war einem ständigen Wandel unterzogen.
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Während die Tuchfabrik mit Kohle heizte, wurde bei der Firma Glauner erst mit Öl, dann mit Gas gefeuert. Heute findet man im Werk II nur noch neue Maschinen. Die Abfüllanlage von 1970 ist zwischenzeitlich komplett ausgetauscht und auf den neuesten Stand gebracht worden.
Modernisierung bedeutet aber auch stets Rationalisierung. Der Fuhrbetrieb wurde stark reduziert, die Fahrten an Speditionen vergeben. Neben der Abfüllanlage sind heute im Werk II auch das Betriebslabor untergebracht sowie der Aufenthaltsraum für die dort beschäftigten Mitarbeiter.
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Engagement für Kunst und Natur
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Doch zurück zu Carl Albert Glauner, dem Vater des heutigen Besitzers der Klosterbrauerei. Er engagierte sich nicht nur auf dem Gebiet des Bierbrauens, sondern auch im Bereich der Kultur und des Umweltschutzes. Mit der Einweihung der Alpirsbacher Galerie wurde sein Anliegen, sich auch im Bereich der bildenden Kunst zu betätigen, institutionalisiert.
Carl Albert Glauner: „Wir Unternehmer müssen lernen, nicht die Gewinnmaximierung allein als Richtschnur unseres Handelns zu sehen. Wir haben die Verpflichtung, aktiv unsere Umwelt zu gestalten und unser Augenmerk auch auf die Zeit zu richten, die Menschen nicht am Arbeitsplatz zubringen. Wir sollten nicht alles anderen Stellen und Institutionen aufbürden, wir sollten uns selbst überlegen, wie wir zur Lösung dieser Probleme beitragen können. So kamen wir auf die Idee, die Alpirsbacher Galerie ins Leben zu rufen.“
Allzu früh verstarb Carl Albert Glauner im Januar 1985, noch zwei Monate vor dem Tod seines Vaters. |

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Progressiver Pionier mit Rundumblick und großem Ideen-Reichtum
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Carl-Wilfried Glauner, sein Sohn, übernahm die Brauerei und führte sie im Sinne seines Vaters weiter. Unter seiner Regie wurde die Alpirsbacher Brauwelt ins Leben gerufen, die Institutionen wie die Alpirsbacher Naturhilfe, die Glasbläserei, den Brauladen und natürlich die Alpirsbacher Galerie betreibt.
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